»braun«

von Luna Ali

Inszenierte Lesung

Im Rahmen des Performing Arts Festivals 2017 inszenierte ProtokollB in einer Berliner Erstaufführung den Text "braun" von Luna Ali, am 17. Juni um 19 und 21 Uhr, im Club der Polnischen Versager, Berlin.

 

Sie sitzen in einem 2,5 Meter mal 3,5 Meter großen Zimmer. Die Decke ist 2 Meter hoch. Eigentlich ein volles Zimmer, das leer wirkt, weil es klein ist. Das Licht ist nur eine kleine Lampe am Tisch, eher kühl, und ein Laptop. Irgendetwas ist passiert. In diesem Zimmer. Sie sitzen nebeneinander, blicken nach vorne. Sie ist Journalistin. Er ist Autor. Sie fragt ihn, wie sich sein Schreiben durch den Krieg verändert hat. Er antwortet: Soll ich noch einen drehen?, und wartet ihre Reaktion nicht ab. 40 Kilometer vom Abgrund der Welt entfernt geht es um Erinnerung und ihre Zerstörung, um Identität und ihre Zerstörung, um Übersetzung, Intimität, um Sprache und ihre Unvollkommenheit.

Das Team

Text: Luna Ali

Regie: Naomi Boyce

Schauspiel: Carolin Kipka, Anna Tilling, Dürten Thielk

Ausstattung: Inga Aleknaviciute

Produktionsassistenz: Hatice Balkaya

Video/Fotos: Dean Bell

 

Vielen Dank auch an Sophie Ammann für die Unterstützung bei den Proben!


Premiere

17.06.2017

19:00

21:00

Club der Polnischen Versager Berlin

im Rahmen des Performing Arts Festivals 2017

 

Weitere Vorstellungen

Juli 2017
Nürnberg, beim Kunstfestival IM CHAOS DES WIRRWARRS DER GEFÜHLE

 

27.09.2017
16:00

Stadttheater Gießen

im Rahmen des Kunstfestivals GIENNALE


28.09.2017
21:30

Stadttheater Gießen

im Rahmen des Kunstfestivals GIENNALE

 

14.10.2017
15:00

Bühne 602 Rostock

im Rahmen des Theaterfestivals FREISPRUNG


Pressestimmen

Es geht um menschliches Versagen ... Sie sprechen über Fehlkommunikation und die Angst, sich nicht in einer neuen Sprache ausdrücken zu können, berichten über Beziehungen, die nicht funktioniert haben. Zwischendurch fällt der Satz: „Wir sollten eigentlich Sex haben.“ Zwei Körper, die sich berühren, aber dann nicht weiterkommen, weil sie ihre Gedanken nicht frei äußern. Keiner weiß, was der andere will. Das hat durchaus Witz.

Man denkt, dass Menschen, die zum Beispiel aus Syrien nach Deutschland kommen, andere Sorgen haben als die üblichen Alltagsprobleme. Genau diese alltäglichen Sorgen aber werden hier aufgegriffen und verarbeitet, auch Themen wie Schreibblockaden und Zukunftsängste. Kommt mir bekannt vor.
Lynn-Sophe Uebbing

»braun« ist - bisher - mehr eine Lesung als ein Theaterstück. Drei Frauen sitzen auf Stühlen in einer Reihe, in den Händen der Text. Sie lesen abwechselnd, manchmal schalten sie die Stehlampen neben ihnen ein und manchmal wieder aus. Manchmal stehen sie auf. Und manchmal glaubt man, zu verstehen, was da gerade passiert und was da überhaupt vorgelesen wird. Aber nur kurz, die Erkenntnis bleibt flüchtig und die ZuhörerInnen verwirrt. Es gibt keine Rollen bei braun, nur den Text. Der Text, der viel erzählt: von Erinnerung, Zuneigung und Sprache - aber der eigentlich weder verstanden werden kann, noch will.
kunstnürnberg

Die Gesichter zur Produktion

Fotos von der Lesung