Inszenierter Monolog.

Braun.

Im Rahmen des Performing Arts Festivals 2017 inszeniert ProtokollB in einer Berliner Erstaufführung den Text "braun" von Luna Ali.

 

Sie sitzen in einem 2,5 Meter mal 3,5 Meter großen Zimmer. Die Decke ist 2 Meter hoch. Eigentlich ein volles Zimmer, das leer wirkt, weil es klein ist. Das Licht ist nur eine kleine Lampe am Tisch, eher kühl, und ein Laptop. Irgendetwas ist passiert. In diesem Zimmer. Sie sitzen nebeneinander, blicken nach vorne. Sie ist Journalistin. Er ist Autor. Sie fragt ihn, wie sich sein Schreiben durch den Krieg verändert hat. Er antwortet: Soll ich noch einen drehen?, und wartet ihre Reaktion nicht ab. 40 Kilometer vom Abgrund der Welt entfernt geht es um Erinnerung und ihre Zerstörung, um Identität und ihre Zerstörung, um Übersetzung, Intimität, um Sprache und ihre Unvollkommenheit.

Das Team.

Text: Luna Ali

Regie: Naomi Boyce

Schauspiel: Carolin Kipka, Anna Tilling, Dürten Thielk

Ausstattung: Inga Aleknaviciute

Produktionsassistenz: Hatice Balkaya

Installation: Sybille Neumeyer

Video/Fotos: Dean Bell

 

Vielen Dank auch an Sophie Ammann für die Unterstützung bei den Proben!


Nächste Vorstellungen.

14.10.2017
Bühne 602 Rostock  I  im Rahmen des Theaterfestivals FREISPRUNG  l  15:00 Uhr
28.09.2017
Stadttheater Gießen  I  im Rahmen des Kunstfestivals GIENNALE  l  21:30 Uhr
27.09.2017
Stadttheater Gießen  I  im Rahmen des Kunstfestivals GIENNALE  l  16:00 Uhr

Bisherige Stationen.

Juli 2017

>>braun<< beim Kunstfestival IM CHAOS DES WIRRWARRS DER GEFÜHLE in Nürnberg zu sehen

Juni 2017

Berliner Erstaufführung von >>braun<< beim PERFORMING ARTS FESTIVAL BERLIN


Pressestimmen.

>> Um die Zeit zwischen der ersten und zweiten Performance zu überbrücken, aßen wir Falafel. Georg erzählte uns, dass er Regisseur und Autor von Komödien ist. Ein sehr entspannter Typ: „Vielleicht sollten wir uns ein Car-to-go-Cabrio mieten und zur nächsten Performance fahren?” Da kein Auto zur Verfügung stand, liefen wir zur nächsten Performance. Zum Club der polnischen Versager in der Ackerstraße ist es zwar ein Stück, aber das Wetter war super und das Wegbier schmeckte.

Der Club ähnelt einer Bar und finanziert sich durch Spenden – alle Mitarbeiter*innen arbeiten ehrenamtlich. Die Performance “Richtung Dschörmannie” von ProtokollB passte zum Club-Namen: Es geht um menschliches Versagen. Im Mittelpunkt des Literatur-Slams stehen drei Performerinnen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Sie sprechen über Fehlkommunikation und die Angst, sich nicht in einer neuen Sprache ausdrücken zu können, berichten über Beziehungen, die nicht funktioniert haben. Zwischendurch fällt der Satz: „Wir sollten eigentlich Sex haben.“ Zwei Körper, die sich berühren, aber dann nicht weiterkommen, weil sie ihre Gedanken nicht frei äußern. Keiner weiß, was der andere will. Das hat durchaus Witz.
Man denkt, dass Menschen, die zum Beispiel aus Syrien nach Deutschland kommen, andere Sorgen haben als die üblichen Alltagsprobleme. Genau diese alltäglichen Sorgen aber werden hier aufgegriffen und verarbeitet, auch Themen wie Schreibblockaden und Zukunftsängste. Kommt mir bekannt vor.
Nach der Vorstellung stehe ich noch mit Georg vor der Tür und unterhalte mich über den Abend, der nach der “Halbe Stunde Sound” eine gute Abwechslung war, weil hier eine intime Atmosphäre herrschte, fast so, als säße man mit Freunden zusammen und würde sich deren Kummer und Ängste anhören. Schön, dass man daran teilhaben konnte. <<
- Lynn-Sophe Uebbing
Hier geht's zur Kritik.
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>> braun ist - bisher - mehr eine Lesung als ein Theaterstück. Drei Frauen sitzen auf Stühlen in einer Reihe, in den Händen der Text. Sie lesen abwechselnd, manchmal schalten sie die Stehlampen neben ihnen ein und manchmal wieder aus. Manchmal stehen sie auf. Und manchmal glaubt man, zu verstehen, was da gerade passiert und was da überhaupt vorgelesen wird. Aber nur kurz, die Erkenntnis bleibt flüchtig und die ZuhörerInnen verwirrt. Es gibt keine Rollen bei braun, nur den Text. Der Text, der viel erzählt: von Erinnerung, Zuneigung und Sprache - aber der eigentlich weder verstanden werden kann, noch will. <<
- kunstnürnberg
Den ganzen Artikel mitsamt Interview gibt es hier.

Die Gesichter zur Produktion.

Impressionen von der inszenierten Lesung.

Über das Team.

Naomi Boyce

Geboren 1992 in New York. 2010 - 2014 Regiestudium am Barnard College, Columbia University in New York. 2015 - 2016 war sie Fulbright Stipendiatin am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Im Sommer 2015 nahm sie an Robert Wilsons internationalem Sommerprogramm im Watermill Center teil. Am Litauischen Nationaltheater und am English Theatre Berlin war sie als Dramaturgin tätig. Als Regisseurin arbeitete sie bisher an der norwegischen Theaterakademie, im Dixon Place (NYC) und am Barnard College. Im Herbst 2016 inszenierte sie bei GOLDEN CALF an der norwegischen Theaterakademie Regie und /VANITAS/ am Dixon Place in New York.

 


Inga Aleknaviciute

Inga Aleknaviciute ist Theaterkünstlerin und Zeichnerin. Sie studierte Szenografie an der norwegischen Theaterakademie und Fotografie an der Vilnius Hochschule für Technologie und Gestaltung. Bei der Oper MUSIC FOR MANY EARS (Arvo Part) führte sie Regie. Des Weiteren inszenierte sie die Theaterstücke NO SYMPATHY FOR CRYING MAN am Litauischen Nationaltheater und BEASTS an der norwegischen Theaterakademie. Inga arbeitete als Bühnenbildassistentin für Robert Wilson bei ADAM'S PASSION und FAUST I&II. Im Sommer 2015 nahm sie an Robert Wilsons Watermill Center teil. Vor kurzem konzipierte sie das Stück GOLDEN CALF, AFTER EXODUS 32 an der norwegischen Theaterakademie.


Luna Ali

*1993 in Syrien / Derzeit Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig / B.A. Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim / Theatertreffen der Jugend 2009 und 2012 / Seit 2012 Kuratorin beim Fuchsbau Festival / Treffen junger Autoren 2012 / Jüngste Teilnehmerin des Dramenlabors In.Zukunft II geleitet von Maxi Obexer / >> Endlich ist Theater ist endlich << im Studio R des Berliner Maxim Gorki Theater / Berliner Hörspielfestival / Zusammenarbeit mit andcompany&co am Schauspielhaus Düsseldorf / Auftakt Festival - für szenische Texte / Sonstiges: Google.